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Auf der Spur des Heiligen Geistes Fachtag für Erzieherinnen und Erzieher: Kindern die Bedeutung von Pfingsten vermitteln

Korbach – Wie erklärt man einem Dreijährigen den Heiligen Geist? Diese Frage hat rund 60 Erzieherinnen, Erzieher und Leitungspersonen aus den 30 evangelischen Kindertagesstätten im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg in der Markuskirche Korbach umgetrieben. Beim Fachtag unter dem Motto „Wer weht denn da? – Auf der Spur des Heiligen Geistes mit Kindern“ ging es um eine der größten Herausforderungen religiöser Bildungsarbeit: ein zutiefst abstraktes Thema kindgerecht zu erschließen.
Denn anders als Weihnachten mit seinem Stall und der Krippe oder Ostern mit dem Kreuz und dem leeren Grab bietet Pfingsten kaum anschauliche Bilder. „Es ist nicht so ein greifbares Fest wie Weihnachten oder Ostern“, erläutert Pfarrerin Kirsten Pflüger-Jungbluth, die in der Arbeitsstelle „gemeinschaftlich feiern“ mit dem Schwerpunkt auf Gottesdienst mit Kindern und Familien arbeitet.

Zusammen mit Sabina Kolcza, Fachberaterin für die Evangelischen Kindertagesstätten der Landeskirche Kurhessen-Waldeck, hat sie den Tag konzipiert - in Zusammenarbeit mit dem Weltladen Bad Arolsen und pädagogischen Fachkräften aus der Region.
Dabei steht Pfingsten für eine der zentralen Erzählungen des Christentums: Laut der Apostelgeschichte kam der Heilige Geist 50 Tage nach Ostern auf die Jünger Jesu herab – mit einem „Brausen vom Himmel“ und „Feuerzungen“ –, befähigte sie, in vielen Sprachen zu sprechen, und begründete so die christliche Kirche. Christiane Luckhardt, Geschäftsführende Pfarrerin der Zweckverbände Evangelische Kindertagesstätten Eisenberg und Nordwaldeck, bringt das Wesen des Festes auf einen Nenner: „Es geht um den Geist der Zusammengehörigkeit.“ Pfingsten sei, sagt sie, die Gegengeschichte zum Turmbau zu Babel: Wo dort die Sprachverwirrung die Menschen trennte, stehe hier die Verständigung.
Doch wie lässt sich das vermitteln – an Kinder, die noch nicht lesen können? Im Gemeindehaus der Markuskirche gaben rote Luftballons bereits beim Eintreten eine Antwort: Pfingsten gilt als Geburtstag der Kirche, und die Farbe Rot steht für Feuer und Geist. An jedem Platz lag eine Feder. Auf Einladung der Referentin Pflüger-Jungbluth pusteten die Teilnehmer dagegen – und die Federn hoben ab, schwebten lautlos durch den Saal. „Der Atem ist unsichtbar, aber spürbar“, sagte die Pfarrerin. Genau so beschreibe auch die Bibel den Heiligen Geist.
In sieben Workshops erarbeiteten die Fachkräfte im Anschluss religionspädagogische Zugänge: Eigens für die Jüngsten unter drei Jahren wurde ein altersgerechter Zugang entwickelt; andere Gruppen erprobten Reibebilder, mit denen das Unsichtbare sichtbar gemacht werden kann, oder Bildkartensets für eine anschauliche Nacherzählung der Pfingstgeschichte.
Besonders lebendig war die akustische Version der Geschichte – wenn Kinder mit den Füßen stampfen, bis der Lärm die Menschenmenge von Jerusalem erahnen lässt.

Es war bereits der zweite Fachtag dieser Art; ein erster hatte das Thema Advent in den Blick genommen.

 

Lutz Benseler, Waldeckische Landeszeitung, Redaktion Korbach, Ausgabe vom 07.04.2026

 

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